Schritt 1
01 Vorbereitung des Objekts
ca. 1 Minute · bevor du das Handy in die Hand nimmst
Nimm dir vor der ersten Aufnahme eine Minute, um die Wohnung vorzubereiten. Diese Kleinigkeiten beeinflussen das Endergebnis stärker als jede technische Einstellung danach.
- Alle Lichter einschalten und Rollläden, Jalousien & Vorhänge öffnen — für gleichmäßiges, helles Licht in jedem Raum.
- Fernseher ausschalten, Laptops zuklappen. Leuchtende Bildschirme lassen sich nicht sauber rekonstruieren. Auch Spiegel bereiten Probleme — wo möglich, vermeide es, direkt in sie hineinzufilmen.
- Aufräumen, was stören würde — lose Kabel, volle Mülleimer, Wäsche. Was im Bild liegt, landet auch im Rundgang.
Das Wichtigste: Zwischen den einzelnen Videos desselben Objekts darf sich nichts verändern. Verschiebe keine Möbel und öffne oder schließe keine Türen zwischen zwei Aufnahmen. Alles, was zwischen zwei Videos seine Position wechselt, taucht später als störendes Geister-Objekt („Floater") im Rundgang auf.
Schritt 2
02 Handy einstellen
ca. 1 Minute · so wird die Kamera konfiguriert
- Native Kamera-App. Nutze die Standard-Kamera deines Handys — nicht Instagram, keine Dritt- oder Bearbeitungs-Apps.
- Hochformat. Halte das Handy senkrecht (vertikal) und ruhig.
- Ultraweitwinkel 0,5× / 0,6×. Tippe auf das Zoom-Symbol, bis der Ultraweitwinkel aktiv ist (0,5× beim iPhone, 0,6× bei Samsung).
- Belichtung & Fokus sperren (AE/AF-Lock). Halte einen gut beleuchteten Punkt rund 2 Sekunden gedrückt, bis die Sperr-Anzeige erscheint.
Wann sperren? Bei den Einzelraum-Videos immer die Belichtung sperren. Beim Gesamt-Rundgang ist es optional — dort wandert die Kamera durch verschieden helle Räume, da darf sich das Licht natürlich anpassen.
Tipp zum NUVORA-Set: Wenn du von uns einen Handy-Stabilisator (Gimbal) bekommen hast, nutz ihn — er macht die langsamen Bewegungen ruhiger. Pflicht ist er nicht; die Aufnahme gelingt auch freihändig, solange du ruhig und langsam gehst.
Schritt 3
03 Die Bewegungsregeln
ca. 1 Minute lesen · gelten für jedes einzelne Video
Diese Grundregeln gelten gleichermaßen für den Gesamt-Rundgang und für jeden Raum. Sobald sie in Fleisch und Blut übergegangen sind, ergibt sich der Rest von selbst.
- Handy gerade nach vorn. Senkrecht, auf Brust- bis Kopfhöhe halten — nicht nach unten auf den Boden, nicht nach oben an die Decke.
- Sehr langsam gehen. Tempo wie bei einer geführten Besichtigung — etwa ein Schritt pro Sekunde. Das ist langsamer, als sich natürlich anfühlt; lass dir bewusst Zeit.
- Zum Drehen: anhalten – langsam drehen – weitergehen. Keine schnellen Schwenks. Bleib stehen, dreh dich 1–2 Sekunden ruhig auf der Stelle, dann läufst du weiter.
- Gleichmäßig bleiben. Keine ruckartigen Bewegungen, kein Wackeln — eine flüssige, ruhige Kamerafahrt ist das Ziel.
Schritt 4
04 Der Gesamt-Rundgang
1–3 Minuten Aufnahme · ein einziges Video
Bevor du die Räume einzeln aufnimmst, drehst du ein einziges Video durch das ganze Objekt. Dieses Video verbindet später alle Räume räumlich miteinander.
- Start am Eingang bzw. an der Wohnungs- oder Haustür.
- Folge dem natürlichen Weg durch die Wohnung: Eingang → Wohnzimmer → Küche → Flur → Schlafzimmer → Bäder.
- In jedem Raum: hineingehen, etwa 8–10 Sekunden durch die Mitte laufen, wieder hinaus. Nicht stehenbleiben — geh langsam weiter und dreh dich gemächlich, um die Wände zu erfassen. Geh hier aber nicht ins Detail, das machst du in den Einzelvideos.
- Langsame Bewegungen, langsame Drehungen, Handy immer gerade nach vorn.
- Wenn du am Ende wieder nahe deinem Startpunkt ankommst — umso besser.
Warum das wichtig ist: Dieses Video „näht" alle Räume räumlich zusammen. Ohne den Gesamt-Rundgang kann das System falsch interpretieren, wie die Räume zueinander liegen.
Schritt 5
05 Die einzelnen Räume
2–4 Minuten pro Raum · ein Video je Raum
Jetzt nimmst du für jeden wichtigen Raum ein eigenes Video auf. Hier entsteht die eigentliche Detailtiefe jedes Raums.
Der Startpunkt (für jeden Raum gleich)
Beginne unter dem Türrahmen, bereits im Raum stehend. Filme nicht von außen hinein und auch nicht aus der Raummitte heraus. Der Türrahmen ist die Stelle, an der das System dieses Video am besten an den Gesamt-Rundgang anschließt.
Gibt es keinen echten Türrahmen — etwa bei einer Essecke offen zum Wohnzimmer, einer Küchenzeile oder einem rahmenlosen Ankleidebereich — dann start direkt an der Bereichsgrenze zum Nachbarraum, schon innerhalb des Bereichs, den du aufnehmen willst.
Handy senkrecht, gerade nach vorn, auf Brust- bis Kopfhöhe. Aufnahme starten und losgehen.
Die 4-Durchgänge-Regel
Egal wie groß der Raum ist — es sind immer dieselben vier Durchgänge in dieser Reihenfolge. Passe sie an den Raum an: In kleinen Räumen fallen manche Wege kürzer aus, in großen Räumen verbringst du mehr Zeit mit den Details.
Umrundung 1 — am Rand entlang, eine Richtung
Geh den Raum am Rand entlang, etwa 1,5 m von den Wänden entfernt, Handy gerade nach vorn, langsames Tempo. In sehr kleinen Räumen so nah wie der Platz es zulässt.
Umrundung 2 — am Rand entlang, andere Richtung
Dieselbe Runde noch einmal, aber gegen die erste Richtung. Das System muss jede Wand aus zwei entgegengesetzten Richtungen sehen, um die Tiefe korrekt zu berechnen.
Kreuz — diagonal durchqueren
Vom Eingang in gerader Linie zur gegenüberliegenden Ecke, dort langsam drehen, wieder zurück. Wenn Platz ist, mit der anderen Diagonale wiederholen. In kleinen Bädern oder Ankleiden genügt eine Diagonale.
Details — nah an die Oberflächen
Geh auf 30–60 cm an texturierte Bereiche heran: Arbeitsplatte, Bücherregal, Bilder, Armaturen, Nachttisch. Pro Zone ein kurzer Bogen von etwa 30°. Kahle, glatte Wände brauchen keine Nahaufnahme.
Dominantes Möbelstück? Hat der Raum ein Hauptelement (Esstisch, großes Sofa, Kücheninsel, Doppelbett), dann umrunde es von außen und halte es im Bild — eine volle Runde alle 15–20 Sekunden. Ohne das wirkt das Möbelstück flach. In großen Räumen verbringst du hier mehr Zeit, weil es mehr Oberflächen gibt.
Nützliche Hinweise
- Dauer: maximal 5 Minuten pro Raum (2–4 Minuten sind ideal). Mehr Material verbessert die Qualität nicht, sondern verlängert nur die Verarbeitung.
- Außenbereiche: kleine Innenhöfe, Terrassen und Balkone nimmst du wie einen normalen Raum auf. Bei Einfamilienhäusern mit umlaufendem Garten kannst du 2 volle Runden ums Gebäude drehen, um die Fassade zu erfassen.
- Kleine Zonen zusammenfassen: Schlafzimmer + angrenzende Ankleide, Wohnzimmer + Eingangsdiele, Wohnzimmer + kurzer Flur — kommen ins selbe Video. Hat eine kleine Zone keine eigene Identität, fass sie mit dem Nachbarraum zusammen.
- Lange Flure: Verbinden sie Räume über eine gewisse Distanz, nimm sie als eigenen Raum (eigenes Video) auf. Das System muss sie in beide Richtungen durchquert sehen.
Schritt 6
06 Häufige Fehler
1 Minute · was du vermeiden solltest
✕Zu schnell gehenNormales Gehtempo ist zu schnell. Denk an eine geführte Besichtigung.
✕Auf texturlose Flächen zielenLeere weiße Wände oder nur Boden im Bild zerstören die Rekonstruktion — die Kamera braucht Details.
✕Schnelle SchwenksZum Drehen: anhalten, langsam drehen, weitergehen.
✕Standard-Kamera (1×)Du brauchst den Ultraweitwinkel mit 0,5× bzw. 0,6×.
✕Zoom benutzenWillst du etwas näher sehen, geh näher heran — nicht zoomen.
✕Möbel zwischen Videos bewegenAlles, was die Position wechselt, erscheint später als Geister-Objekt.
✕Fernseher an / BildschirmeTVs ausschalten, Laptops zuklappen. Auch Spiegel bereiten Probleme.
✕Handy schräg oder kippelnImmer senkrecht und gerade nach vorn, auf gleicher Höhe halten.
Schritt 7
07 Vor dem Übermitteln
30 Sekunden · prüfen und an NUVORA schicken
- Sieh dir jedes Video auf einem großen Bildschirm an, bevor du es abschickst.
- Sieht eins schlecht aus (zu dunkel, wackelig, zu schnell), nimm es gleich neu auf. Jetzt neu zu drehen ist viel günstiger, als später den ganzen Prozess zu wiederholen.
- Schick alle Videos zusammen (Gesamt-Rundgang + alle Räume) in einem Rutsch an NUVORA — über deinen Partner-Upload-Link.
Wie viele Videos braucht dein Objekt?
| Objekt | Videos | Aufwand |
| 3-Zimmer-Wohnung + Küche + Bad | 1 Gesamt-Rundgang + 5 Räume | ~20 Minuten gesamt |
Faustregel: 1 Gesamt-Rundgang + 1 Video pro wichtigem Raum. Den Rest — 3D-Modell und Portal-Paket — übernehmen wir.
Schritt 8
08 Mehrere Etagen
nur, wenn das Objekt 2 oder mehr Etagen hat
Hat das Objekt mehrere Etagen, drehst du pro Etage einen eigenen Gesamt-Rundgang — also nicht ein einziges Video, das über die Treppe nach oben führt. Die einzelnen Raumvideos ordnest du beim Übermitteln der jeweiligen Etage zu.
Im fertigen Rundgang bekommen Interessenten dann einen Etagen-Wähler, mit dem sie bequem zwischen den Ebenen springen können.
Spickzettel
Alles auf einen Blick
Setup
- Standard-Kamera, Hochformat
- Ultraweitwinkel 0,5× / 0,6×
- Belichtung sperren (Raum-Videos)
- Lichter an, Bildschirme aus, nichts bewegen
Bewegung
- Handy gerade nach vorn, Brusthöhe
- ~1 Schritt/Sek. — sehr langsam
- Drehen: anhalten → drehen → weiter
- Niemals zoomen — näher gehen
Gesamt-Rundgang
- 1 Video durchs ganze Objekt
- Start am Eingang, natürlicher Weg
- 8–10 Sek. pro Raum, durchlaufen
Pro Raum (4 Durchgänge)
- Start unter dem Türrahmen, im Raum
- 1) Rand herum · 2) Rand zurück
- 3) Diagonale(n) · 4) Details auf 30–60 cm
- Hauptmöbel umrunden · max. 5 Min.